Steinbruch im Bratental - Beweidungsprojekt der Biologischen Schutzgemeinschaft Göttingen e. V.

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Steinbruch im Bratental

Der ehemalige Steinbruch, mit einer Größe von zwei Hektar, liegt im Naturschutzgebiet Bratental in Göttingen. Die Fläche ist vielseitig strukturiert. Im Westen der Fläche befindet sich ein Kalk-Magerrasen, zentral gelegen ein mesophiler Rasen. Im Süden der Fläche treten zwei Abbruchkanten, getrennt durch ein Magerrasenplateau, auf. Die nördliche Abbruchkante ist in den letzten Jahren durch Pflegeeinsätze entbuscht worden, die südliche weist noch eine starke Verbuschung auf. Im Osten der Fläche befindet sich eine weitere stark verbuschte Abbruchkante. Umrandet wird die gesamte Fläche von einem Gebüschsaum. Von 2017 bis 2019 untersuchte die BSG im Zuge ihres Wildbienenprojekts auch auf dieser Fläche das Vorkommen von Wildbienen. 2019 fand im Auftrag der Stadt Göttingen eine Pflanzenkartierung statt.

Bis zur ersten Beweidung im Spätsommer/Herbst 2015 mit etwa 20 Schafen und 15 Ziegen durch das Beweidungsprojekt, fanden am Steinbruch Pflegeeinsätze durch die BSG statt. Priorität hatte vor allem das Entkusseln des Kalk-Magerrasens. Es fanden auch in der Vergangenheit sporadische Beweidungsgänge durch Schafe und Ziegen von Hobbyschäfern statt.
2016 wurden die Tiere einer neuen Schäferei, zu Beginn waren es vier Schafe und fünf Ziegen, schon im zeitigen Frühjahr am ehemaligen Steinbruch gebracht. Schafe und Ziegen konnten sich am frischen Grün der z. T. offenen und verbuschten Flächen mit frisch austreibenden Hartriegel (Cornus sanguinea), Weißdorn (Crataegus spp.) und Schlehe (Prunus spinosa) erfreuen. Zu Beginn wurde mit Deutschen Edelziegen und Coburgern Füchsen die Landschaftspflege geleistet. Im Spätsommer, in der zweiten Beweidungsrunde stand eine neue Schafsrasse zur Verfügung. Diesmal wurden sechs Skudden neben den Ziegen eingesetzt. Diese Kombination versprach großartige Erfolge. Neben Blatt- und Grasfraß wurden so gut wie alle Knospen an den Trieben von Hartriegel und Co. verbissen, größere Stämmchen und auch beindicke Stämme (jedoch nur mit glatter Rinde) wurden geschält.
Im Spätherbst erfolgte auf dem mesophilen Rasen, der stark von Stockausschlägen geprägt war, eine vollständige Entusselung.
Anfang 2017 sind zwei südexponierte Felsenwände über das Wildbienenprojekt der BSG von Gebüschen freigestellt worden, um den Lebensraum für die Bienen zu verbessern. Im Dezember fand eine weitere Freistellung des Steinbruchs statt, dabei wurden Schlehenbüsche und Bäume entfernt. Die nördlich gelegene Steinbruchkante der Steinbruchfläche ist nun komplett freigelegt. Darüber hinaus fand eine permanente Ausdehnung der Beweidung im Gehölzbestand statt.
Aufgrund der anhaltenden Trockenheit gab es im Jahr 2018 nur eine Beweidungsrunde. Beweidet wurde die Kernfläche samt Gebüschsaum im Westen, Süden und Nordosten der Fläche.
Bei einem Pflegeeinsatz der BSG im Januar 2019 wurde im Norden der Fläche eine Zaunschneise errichtet. Im Sommer konnte somit die gesamte Fläche beweidet werden. Neben der Kernfläche werden nun auch die stark verbuschten Abschnitte im Norden und Osten samt der 3. Abbruchkante im Südosten mitbeweidet.
2020 erfolgte im April auf Teilflächen die wohl letzte Frühjahrsbeweidung. Aufgrund der regelmäßig stattfindenden zweifachen Beweidungen in den letzten Jahren sind die Flächen nun so ausgemagert, dass zukünftig wohl nur noch eine Beweidung ab (Spät-)Sommer sinnvoll ist.

Weitere bemerkenswerte Arten sind:
u. a. Großes Zweiblatt (Listera ovata), Wiesen-Schlüsselblume (Primula veris), Alpen-Ziest (Stachys alpina), Gewöhnlicher Natternkopf (Echium vulgare), Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris), Knack-Erdbeere (Fragaria viridis), Gefleckter Aronstab (Arum maculatum), Elsbeere (Sorbus torminalis) und Gemeiner Wacholder (Juniperus communis).
 
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